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Keramikimplantate...

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Bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts konzipierten die Pioniere auf diesem Gebiet, Sami Sandhaus und Willi Schulte, dentale Implantate aus Keramik. Als Material dafür diente Aluminiumoxid in der Formel Al2O3 (Dialuminiumtrioxid).

Das seinerzeit bekannteste Implantat kam 1975 auf den deutschen Markt, entwickelt von Prof. Willi Schulte von der Universitätszahnklinik in Tübingen, das sogenannte „Tübinger Sofortimplantat“. Dieses zeichnete sich durch ausgezeichnete Weich- und Hartgewebeverträglichkeit aus. Leider stellten sich aber häufig Frakturen ein. Fast fünf Jahrzehnte später wird nicht mehr mit Aluminiumoxid als Basismaterial gearbeitet, sondern mit dem Zirkondioxid (ZRO2).

Die hohe Biegefestigkeit des Materials, die hohe Härte und die hohe Druckfestigkeit sowie das Elastizitätsmodul prädestinieren das Zirkondioxid als ideales Material für dentale Implantate. Seit vielen Jahren schon wird es als Ersatz für Hüftgelenke, aber auch als Ausgangsmaterial für die Fertigung von Gehör- und Fingerendprothesen verwendet. Man stellt Wurzelstifte, Kronen und kieferorthopädische Brackets aus diesem Material her.

Bisherige Problematiken lagen hauptsächlich in der Oberflächenrauhigkeit begründet, die dazu geführt haben, dass es fast ein Entwicklungsjahrzehnt gebraucht hat, bis wir nun heute über verschiedene Strahlungs- und Säuretechniken in der Lage sind, die Zirkondioxidoberfläche so zu gestalten, dass eine Mikro- und Makroporosität erreicht wird, die für die Osteozyten wichtig sind, um eine optimale Verankerung in der Implantatoberfläche zu erreichen. Nach Lösung dieses Problems sind heute die keramischen Implantate im Seitenzahnbereich von verschiedenen Herstellern unter den gleichen Bedingungen freigegeben wie Titanimplantate.

Auch zweiteilige Implantatsysteme mit und ohne Abwinkelung stehen heute zur Verfügung und dürfen mit ausreichender wissenschaftlicher Untermauerung eingesetzt werden. Die verschiedenen Systeme weisen lediglich deutliche Unterschiede im Schraubenmaterial auf. Physikalische Grundlagen und die Umsetzung von Forschungsergebnissen, besonders aus dem Bereich des Maschinenbaus, zeigen uns auf, welches Material für diese sehr wichtige Funktion am sinnvollsten einzusetzen ist.

Fazit: Keramikimplantate können heute mit hervorragender und mindestens gleichwertiger Bruchsicherheit wie Titanimplantate eingesetzt werden, die Gewebeverträglichkeit und die Kosmetik ist besonders bei dünneren Knochenarealen dem Titan deutlich überlegen und, wo immer die Achsneigungen es ermöglichen, können Keramikimplantate aus Zirkondioxid unproblematisch eingesetzt werden und sind mittlerweile den Titanimplantaten bei gleichen Bedingungen überlegen.

Über einen Unterschied muss man sich allerdings im Klaren sein: bei einteiligen Systemen kommt es gleich zur Verbindung mit der Mundhöhle, weil das einteilige Implantat über die Weichgewebemanschette mit der keimbelasteten Mundhöhle verbunden ist. Daraus resultiert, dass ein Patientenverhalten gewährleistet sein muss, welches pathogene Keimbelastungen im periimplantären Spalt während der Einheilungsphase verhindert. Die Bedingungen dafür sind seitens des Patienten durch gezielte Instruktion unschwer umzusetzen.

So ist festzustellen, dass sich der Einsatzbereich der keramischen Implantate heute wesentlich erweitert hat und die frühere Zurückhaltung nicht mehr zeitgemäß ist. Ob im individuellen Fall ein Titan- oder Zirkondioxidimplantat sinnvoll einzusetzen ist, hängt vom Einzelfall ab und muss im konkreten Patientenfall individuell entschieden werden.

 

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